Suche
nach Kursen
 Aktien
 Fonds
 Zertifikate
 Optionsscheine
 Optionen & Futures
nach Artikeln
alle Artikel
nur Analysen
nur News
als Quelle
 
WKN/ISIN/Symbol/Name

Login Depot + Forum
 
Passwort vergessen?


   
Aktuelle Kursinformationen ()
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
-   -   0 0 % /
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
-   -  
 
 
 

Salzgitter Substanz besser als Ergebnisse


21.01.2011
Bankhaus Lampe

Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Marc Gabriel, Analyst vom Bankhaus Lampe, rät die Aktie von Salzgitter (ISIN DE0006202005 / WKN 620200) weiterhin zu kaufen.

Die Preise für Kokskohle (+26% yoy) und Schrott (+62% yoy) hätten sich zuletzt weiter verteuert, sodass auch die Stahlpreise weiter zulegen würden. Der Warmbreitbandpreis habe seit November um mehr als 100 EUR/t auf nun 578 EUR/t (+33% yoy) zugelegt. Auch die Grobblechpreise hätten mittlerweile die Marke von 700 EUR/t (+53,2% yoy) in Europa überschritten. Aufgrund der Überflutung in Australien komme es seit Ende Dezember zu Beeinträchtigungen in der Produktion bzw. Distribution von Kokskohle. Daher würden einige Marktteilnehmer mit einem starken Anstieg der Kokskohlepreise in den kommenden Wochen auf bis zu 330 US-USD/t (aktuell: 243 USD/t) rechnen.

Die Analysten würden diese Spekulation für überzogen halten und für die europäischen Stahlproduzenten keine nennenswerte Beeinträchtigung der Lieferkette erwarten, da diese auf Material aus Kanada und den USA zurückgreifen könnten und keine dramatischen Preiserhöhungen zu beobachten seien.

Auch wenn weitere Eisenerzpreissteigerungen (+116,5% yoy) nicht ausgeschlossen werden könnten, so bestünden gute Chancen für die Stahlproduzenten, ihre Margen zu verbessern, wenn die Stahlpreise und Kapazitätsauslastung weiter anziehen würden. Die Rohstoffpreise würden maßgeblich von den Chinesen getrieben, die fast 50% der weltweiten Roheisenproduktion (2010 erstmals über 1 Mrd. t weltweit) auf sich hätten vereinen können. Doch dürfte sich das Wachstum 2011 verlangsamen, da sich Peking 2011 vornehmlich mit der Inflation bei Lebensmitteln, den Wohnkosten sowie Energie- und Umweltthemen befassen wolle.

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl rechne für 2011 mit einem Anstieg der deutschen Rohstahlproduktion um 2% auf 44,5 Mio. t, was noch unter dem Durchschnitt der acht Jahre vor der Krise 2009 (durchschnittlich 45,9 Mio. t) läge. Jedoch wäre man damit auf den langfristigen Wachstumstrend zurückgekehrt, nachdem 2009 die Produktion auf 32,7 Mio. t gefallen sei. Auch die unterdurchschnittliche Lagerreichweite spreche für eine Fortsetzung der Erholung.

Die Voraussetzungen für die Salzgitter AG seien damit gut, um das laufende Jahr profitabler zu gestalten, als das Jahr 2010 verlaufen sein dürfte. Die starke Nachfrage aus der Automobil- und später aus der Maschinenbauindustrie habe zwar in den Bereichen Flachstahl und Handel für positive Ergebnisse gesorgt, jedoch habe die Kapazitätsauslastung der Peiner Träger GmbH aufgrund des Nachfrageeinbruchs in 2010 nur bei 60 bis 65% gelegen.

Inzwischen sei die Kapazitätsauslastung in Peine wieder auf rund 85% gestiegen und auch die Nachfrage nach Grobblechen habe sich verbessert. Zudem könne Salzgitter mit dem Parallellauf der beiden Lichtbogenöfen in Peine (geplant ab Ende Februar; Kapazität verdopple sich auf 2 Mio. t p.a.) zukünftig den Fremdbezug von Material für Hoesch-Spundwand und Profil GmbH, Dortmund substituieren. Zudem sei man ab 2011 mit den Z-Profilen inzwischen auch wettbewerbsfähig gegenüber ArcelorMittal im wichtigen holländischen Markt.


Im Röhrengeschäft sei die Auslastung bei Großrohren weiterhin gut (Nord-Stream II-Auftrag laufe bis November 2011) und mit dem NEL-Auftrag habe wieder ein margenpositiver Auftrag gewonnen werden können. Zudem stünden weitere Großrohrprojekte zur Ausschreibung an, bei denen man Aufträge gewinnen sollte. Der Konzern habe im vergangenen Jahr die Restrukturierung einzelner Bereiche fortgesetzt, sodass von dieser Seite in diesem Jahr größere Überraschungen ausbleiben dürften.

Aufgrund der steigenden Rohstoffpreise und der noch vorhandenen Unterauslastung der Kapazitäten bei Trägern und Grobblechen würden die Jahre 2010 und 2011 noch nicht an die Gewinnreihe vor der Krise herankommen, was die Analysten mit ihren reduzierten Schätzungen (EBIT 2010: -50 Mio. EUR) berücksichtigen würden. Das sehe relativ dramatischer aus, als es tatsächlich sei, denn immerhin habe der Konzern vor der Krise operativ rund 800 Mio. EUR p.a. erzielen können.

Substanziell habe Salzgitter mit dem Abschluss des Investitionsprogramms (bis 2012) nach Erachten der Analysten exzellente Voraussetzungen geschaffen, um das operative Ergebnis zu verbessern. Im Jahr 2011 dürften im Bereich Handel bei steigenden Preisen erneut Windfall-Profits generiert werden und letztlich dürfte auch der Vorstandswechsel (CFO Prof. Fuhrmann übernehme den Vorsitz des Vorstands von Herrn Prof. Leese im Februar) vom Kapitalmarkt positiv bewertet werden.

Wer die unterdurchschnittliche Wertentwicklung von 27% zur Durchschnittsperformance (Zeitraum 1 Jahr) der Wettbewerber ThyssenKrupp (ISIN DE0007500001 / WKN 750000), voestalpine (ISIN AT0000937503 / WKN 897200), POSCO (ISIN US6934831099 / WKN 893094) und ArcelorMittal (ISIN LU0323134006 / WKN A0M6U2) alleine mit den schwächeren Ergebnissen der einzelnen Bereiche (Grobblech, Peiner Träger, HSP und KHS) bei der Salzigtter AG begründe, vergesse nach Erachten der Analysten, dass Salzgitter mit seiner konservativen Buchführungspraxis (kein Goodwill, keine Vorratszuschreibungen aufgrund höherer Preise) mit dieser Praxis zugleich auch eine Chance für zukünftige Unternehmenswertsteigerungen (stille Reserven) gebildet habe.

So sei die Salzgitter-Aktie aktuell mit einem Kurs/Buchwert-Verhältnis von 0,7 deutlich substanzhaltiger als die vergleichbaren Wettbewerber.

Mit finanziellen Anlagen von 1,6 Mrd. EUR würden fast 50% der aktuellen Marktkapitalisierung gedeckt, sodass trotz der Reduzierung der Ergebnisschätzungen der Substanzwert des Konzerns höher zu bewerten sei als die aktuellen Ergebnisse der Gewinn- und Verlustrechnung. Das Kursziel würden die Analysten leicht um 1 Euro auf 73 EUR je Aktie reduzieren.

Die Analysten vom Bankhaus Lampe bewerten die Salzgitter-Aktie nach wie vor mit "kaufen". (Analyse vom 21.01.2011) (21.01.2011/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




Erweiterte Funktionen
Artikel drucken Artikel drucken
Weitere Analysen & News mehr
03.11.2025, DZ BANK
Endlos-Turbo Long Optionsschein auf Salzgitter: Mit Wasserstoff und grünem Stahl in die Zukunft - Optionsscheineanalyse
02.10.2025, DZ BANK
Turbo Long auf Salzgitter: Wachstumschancen durch mehr Infrastruktur- und Rüstungsausgaben - Optionsscheineanalyse
13.07.2023, ZertifikateJournal
Turbo Put auf Salzgitter: Schwierige Zeiten voraus? Optionsscheineanalyse
15.06.2023, ZertifikateJournal
Turbo Put auf Salzgitter: Umsatzprognose gesenkt - Optionsscheinenews
17.01.2022, DZ BANK
Endlos Turbo Long 25,4183 auf Salzgitter: Wasserstoff-Transformation der Stahlbranche - Optionsscheineanalyse
 

Copyright 1998 - 2026 optionsscheinecheck.de, implementiert durch ARIVA.DE AG